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Duda, I. (2011) Tauglichkeit verschiedener UV-Leuchtmittel zur Rachitisprävention bei tagaktiven, UVB-bedürftigen Reptilien am Beispiel von Pogona vitticeps. Dissertation Dr. med. vet. Hannover, Tierärztliche Hochschule. 
Added by: Sarina (22 Feb 2012 18:00:21 UTC)   Last edited by: Sarina (20 May 2014 14:08:58 UTC)
Resource type: Thesis/Dissertation
BibTeX citation key: Duda2011
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Categories: Deutsch = German
Keywords: Echsen = Lizards, Reptilien = Reptiles, Ultraviolett = Ultraviolet, Vitamin D = Vitamin D
Creators: Duda
Publisher: Tierärztliche Hochschule (Hannover)
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Meine Sichtweise (Keine vollständige Zusammenfassung des Artikels! Meine Meinung muss nicht mit der Meinung der Autoren übereinstimmen! Bitte lesen Sie auch die Originalarbeit!)   

Zusammenfassung:

  • Bartagamen wurden unter verschiedenen Lampen gehalten:
    LAMPE                   WATT     ABSTAND   UVB(12/2009)  UVB(06/2010)
    Osram UltraVitalux      300 W    100 cm    78 µW/cm²     69 µW/cm²
    Powersun UV             160 W     80 cm     3 µW/cm²      2 µW/cm²
    BrightSun UV Desert      70 W     50 cm     5 µW/cm²      2 µW/cm²
    ReptiSun 10.0 Compact    26 W  60-50 cm     5 µW/cm²      4 µW/cm²
    Die ReptiSun 10.0 Röhre  18 W     51 cm    15 µW/cm²     13 µW/cm²
  • Längenwachstum, Gewichtszunahme und Knochendichte auf Röntgenbilder zeigten keine Unterschiede in den Gruppen
  • Blutproben wurden nicht untersucht.

Schlussfolgerungen

  • Ich halte die Abstände zu den Lampen für extrem hoch und erwarte bei UVB-Messwerten von 2-5 µW/cm² praktisch keinerlei Einfluss auf die Vitamin-D3-Synthese bei Bartagamen. Es wäre interessant zu sehen, ob diese Tiere sich ohne UVB-Bestrahlung überhaupt anders entwickelt hätten.
  • Ferguson2009 hat festgestellt, dass es bei Weißkehlwarane mit unzureichener UVB-Bestrahlung (25(OH)D-Blutwerte exponentiell abfallend und an der Nachweisgrenze) über einen Zeitraum von 16 Wochen keine Veränderungen im Knochenbau gibt. Ich bezweifle ob eine mangelhafte Vitamin-D-Versorgung tatsächlich so schnell im Knochenbau nachgewiesen werden kann.
  • Es ist für mich nicht ersichtlich, ob die Tiere Vitamin D über die Nahrung aufgenommen haben.

Da die Arbeit auf Deutsch geschrieben ist und frei im Internet zugänglich ist, wird sie sicher von vielen Reptilienhaltern gelesen. Daher ein paar keine Anmerkungen, wo ich anderer Ansicht bin als die Autorin:

Zu Abschnitt 2.1.1 Biosynthese:

Meines Wissens stimmt die (korrekt zitierte) Behauptung in Erben nicht, dass alle tagaktiven, freilebenden Tieren ihren Vitamin-D3-Bedarf zu 80% über die Haut decken [337].

Zu Abschnitt 2.1.2 Speicherung:

Dass eine "Überdosierung" von Vitamin-D3 bei UV-Bestrahlung generell nicht möglich ist, halte ich für gewagt. Es gibt Experimente, die darauf hinweisen, dass ein UV-Spektrum, dass deutlich kurzwelliger als das natürliche Sonnenlicht ist, dazu führt, dass die natürliche "Speichermechanismen" außer Kraft gesetzt werden [56, 563, 328, 329].

Wenn auch korrekt nach Erben 2005 zitiert, denke ich nicht, dass Lumisterol bei Dunkelheit in PräD3 umgewandelt werden kann. Es gibt zwar einige Quellen, die diese These in Nebensätzen aufstellen, jedoch ist mir keine experimentelle Verifikation bekannt. Meines Wissens ist für die Umwandlung von Lumisterol in PräD3 ein UV-Photon notwendig [56].

Zu Abschnitt 2.3.1 Bedeutung von UV-Licht für Reptilien
Bei der Unterscheidung, dass UVC in der Natur für Reptilien nicht verfügbar ist, UVB hingegen schon, hätte mich der Hinweis erfreut, dass kurzwelliges UVB unterhalb von 290 nm bis 300 nm ebenfalls in der Natur für Reptilien nicht verfügbar ist.

Zu Abschnitt 2.3.2 Messung und Bewertung von UV-Licht
Die Verfärbung von Zeitungspapier halte ich für eine sehr unsichere Methode, UVB-Strahlung für Vitamin-D3-Synthese nachweisen zu wollen. Einfache Spektrometer sind ab etwa 2.000€ erhältlich, nicht $30.000, für UV-Anwendungen messen sie meist mit weniger als 1 nm Auflösung. Wenn sie auch nicht so transportabel sind, wie kleine Breitbandmessgeräte ist es doch etwas überraschend, dass sie in dieser Arbeit als "nicht transportabel" bezeichnet werden.

Das Solarmeter 6.2 reagiert nach Herstellerangaben auf Strahlung die sowohl nach amerikanischer Definition (320 nm) als auch nach europäischer Definition (315 nm) jenseits des UVB-Bereichs liegt.

Die zitierte Begründung, das Solarmeter 6.4 wäre für Reptilien ungeeignet, weil der Hersteller es für den menschlichen Hauttyp 2 bewirkt, kann ich nicht nachvollziehen. Dieses Messgerät reagiert viel weniger auf langwellige UVB und UVA Strahlung, die für die Vitamin-D-Synthese wirkungslos ist, als das Solarmeter 6.2. Das gilt unabhängig vom biologischen System, da diese Grenze von den Absorptionseigenschaften des 7DHC bestimmt wird. Demnach erscheint es mir sinnvoll, das 6.4 oder 6.5 (mit selben Detektor aber anderer Anzeige) dem 6.2 vorzuziehen.

Zu Abschnitt 2.3.3 UV-Leuchtmittel
Das inverse quadratische Abstandsgesetz ist eine idealisierte Beschreibung auf deren Gültigkeit man sich in der Praxis nicht verlassen sollte. Eine Faustregel besagt, dass sie erst in einem Abstand gilt, der mindestens 10 mal so groß ist wie die Größe der Lampe.

Zu Abschnitt 2.4.2 Temperatur und Beleuchtung
Ich stimme der Autorin zu, dass die Beleuchtung in Qualität (Wellenlänge und Intensität) den Bedürfnissen der Tiere entsprechen sollte. Leider werden die untersuchten Lampen nicht hinsichtlich des Spektrums verglichen.


Added by: Sarina  
Abstract
Das Ziel dieser Arbeit war, Aussagen über die Tauglichkeit verschiedener UVB-Leuchtmittel zur Rachitisprävention bei tagaktiven, UVB-bedürftigen Tieren treffen zu können. Hierzu wurden 25 Tiere der Art Pogona vitticeps (Bartagamen) herangezogen, die in fünf Gruppen eingeteilt wurden. Jede Gruppe erhielt ein anderes UVB-Leuchtmittel. Bei den getesteten Leuchtmitteln handelte es sich um die UltraVitalux® von Osram mit 300 Watt, die PowerSun® von ZooMed mit 160 Watt, die BrightSun® UV Desert von Lucky Reptile mit 70 Watt sowie die Compact Lampe mit 26 Watt ohne Reflektor und die Röhre mit 610mm Länge und 18 Watt mit Reflektor der Marke ReptiSun® von ZooMed. Alle Tiere wurden unter standardisierten Bedingungen in Einzelhaltung und ohne Sichtkontakt zueinander gehalten.

Die Untersuchungsmethoden beschränkten sich auf eine tägliche Adspektion der Tiere, die wöchentliche Kontrolle ihres Körpergewichtes und ihrer Kopf-Rumpf-Länge, sowie die ebenfalls wöchentliche Messung des UVB-Ausstosses der Leuchtmittel mithilfe der Solarmeter® Model 6.2 UVB der Firma ZooMed. Außerdem wurde vierteljährlich eine Röntgenuntersuchung der Tiere vorgenommen.

Als Ergebnis dieser Untersuchungen zeigte sich, dass alle der hier verwendeten Leuchtmittel zur Rachitisprävention geeignet sind. Allerdings ergaben sich Vor- und Nachteile, die dafür verantwortlich sind, dass sich nicht jedes Leuchtmittel für jede Haltungsanforderung als geeignet erweist.

The aim of this thesis was to be able to judge the suitability of different UVB-lamps for the prevention of rickets for daylight active, UVB-dependent animals. For this purpose 25 animals of the species Pogona vitticeps were used and divided into 5 groups. Each group was assigned to a different UVB-lamp. The lamps tested were UltraVitalux® by Osram with 300 Watt, PowerSun® by ZooMed with 160 Watt, BrightSun® UV Desert by Lucky Reptile with 70 Watt as well as Compact Lamp with 26 Watt without reflector und light tubes with a length of 610mm and 18 Watt with reflector brand ReptiSun® by ZooMed. All animals were kept under standardized conditions single housed without any visual contact to each other.

The investigation methods were restricted to a daily inspection of the animals, a weekly control of body weight and head trunk length, as well as a weekly measurement to the UVB-production of each lamp by a Solarmeter® Model 6.2 UVB of the company ZooMed. Moreover every three month an X-ray examination of the animals was performed.

The result of these investigations was, that all lamps used were suitable for the prevention of rickets, as long as they are used according to the recommendation of the manufacturing company. But certain advantages and disadvantages need to be considered, which are responsible for that not every lamp is suitable for every kind of housing.
Added by: Sarina  Last edited by: Sarina
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